Brennende Zeitfragen – Eine Auswahl aus Rosa Luxemburgs Schriften

Der im israelischen Verlag Ha-Kibbuz Ha-Meuchad in der Kav-Adom-Reihe 2015 erschienene Band „Brennende Zeitfragen“ versammelt Schriften von Rosa Luxemburg aus den Jahren 1898 bis 1919, die sich mit dem weiterhin hochaktuellen Thema der sozialen Gerechtigkeit befassen. Angeregt wurde die Veröffentlichung von den massiven Sozialprotesten in Israel im Sommer 2011.

25. Oktober 2022

Aus dem Klappentext des Buches:

Die Sozialproteste in Israel vom Sommer 2011 gaben der Hoffnung, dass spontane soziale Bewegungen einen grundlegenden strukturellen Wandel in der Gesellschaft herbeiführen und mehr “soziale Gerechtigkeit” durchsetzen können, vorübergehend neuen Auftrieb. Die Idee, eine Auswahl von Rosa Luxemburgs Schriften unter dem Titel “Brennende Zeitfragen” herauszugeben, geht auf diese Proteste zurück – oder ist vielmehr eine Reaktion auf die Apathie, die infolge ihres Scheiterns in weiten Kreisen um sich gegriffen hat. In den ausgewählten Texten offenbart sich Luxemburg als eine Autorin, die eine seltene Mischung verkörpert aus revolutionärem Furor und brillantem Intellekt, fundiertem systematischen Denken und mitreißender Menschlichkeit sowie der Bereitschaft, gegen den Strom zu schwimmen und mit äußerster Hingabe für die Umsetzung eines hehren Ideals in die alltägliche Lebenswirklichkeit zu kämpfen.

Doch was ist das Endziel des sozialen Kampfes? Was sind die richtigen Mitteln, mit denen es erreicht werden kann? Soll man sich mit den Instrumenten zufriedengeben, die uns die parlamentarische Demokratie zur Verfügung stellt, um schrittweise Reformen im Rahmen des existierenden Systems voranzutreiben? Oder soll man eine radikale Durchsetzung von Verhältnissen anstreben, die eine neue, sozial gerechtere Ordnung ermöglichen? Mit Erstaunen stellt man fest, wie hochaktuell diese und andere Fragen, mit denen sich Luxemburg auseinandergesetzt hat, fast hundert Jahre nach ihrem Tod immer noch sind.

In einer Zeit, in der offenbar keine Macht dazu in der Lage ist, den marktwirtschaftlichen Kräften ihre Vorherrschaft streitig zu machen, kann Rosa Luxemburgs Denken immer noch unsere Phantasie beflügeln und all jenen als Inspiration und Kompass dienen, die nicht bereit sind, aufzugeben und an der gegenwärtigen Realität zu verzweifeln oder sich mit virtuellen, persönliche Risiken scheuenden Protesten zu begnügen.

* * *

In seinem Vorwort zu Luxemburgs ausgewählten Schriften fordert Moshe Zuckermann zu einer engagierten Auseinandersetzung über die heutige Relevanz ihrer Betrachtungen und Analysen auf. Das Nachwort stammt von Oded Heilbronner, der hier einige zentrale Begriffe von Rosa Luxemburg und deren Bedeutung für ihr Denken erläutert.

„Ich war, ich bin, ich werde sein!“ – Das Erbe der „roten Rosa“ von Yitzhak Laor

Luxemburg in Nepal lesen – Eine Buchrezension von “Brennende Zeitfragen”, ausgewählte Texte von Rosa Luxemburg auf Hebräisch von Yuval Elbashan

https://www.youtube.com/embed/62_kg5E0Gk8"
https://www.youtube.com/embed/62_kg5E0Gk8″

Buchpräsentation zu Texten von Rosa Luxemburg und Verabschiedung von der Büroleiterin Angelika Timm. Tel Aviv, 19.2.2015

 v.l.n.r. Nabila Espanioly , Gideon Levy, Moshe Zuckermann; Abschied von Angelika Timm, Symposium Tel Aviv 19.02.2015
v.l.n.r. Nabila Espanioly , Gideon Levy, Moshe Zuckermann; Abschied von Angelika Timm, Symposium Tel Aviv 19.02.2015

Andere Publikationen über Rosa Luxemburg

Autor:in

Weitere Artikel

A graffiti mural depicting Israeli filmmakers Yuval Abraham and Rachel Szor, creators of the documentary film “NAZA,” with the Hebrew word “Traitors” painted across their portraits, in Ashdod, September 15, 2026. The mural was created by Israeli graffiti artist Dudi Shoval. Photo by Liron Moldovan/Flash90

»Dieser Film führt den Israelis ihre eigene Lage vor Augen«

„NAZA“ dokumentiert, wie die israelische Armee KI zur Identifizierung von Zielen in Gaza nutzte und dabei hohe Zahlen ziviler Opfer akzeptierte. Meron Rapoport, Redakteur des Online-Magazins Local Call, über automatisierte Todeslisten, die Verantwortung menschlicher Entscheider und die Versuche, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen.

Das Meer | البحر | הים

Eine jüdisch-arabische Koproduktion als der israelische Vertreter bei der kommenden Oscar-Verleihung