Buchvorstellung mit Michael Sfard
Der renommierte israelische Menschenrechtsanwalt Michael Sfard zeigt, warum die Unterdrückung der Palästinenser*innen untrennbar mit dem Abgleiten der israelischen Gesellschaft in einen zunehmend autoritären Zustand verbunden ist. Als noch vor dem 7. Oktober 2023 Hunderttausende Menschen in Israel gegen die sogenannte »Justizreform« auf die Straße gingen, geriet dabei vielfach aus dem Blick, dass zentrale Grund- und Menschenrechte, gegen deren Einschränkung sie protestierten, für die palästinensische Bevölkerung unter israelischer Besatzung bereits seit Jahrzehnten massiv eingeschränkt sind.
Sfard beschreibt, wie sich die Besatzung nicht von der politischen und gesellschaftlichen Realität Israels abspalten lässt. Sie prägt nicht nur das Leben der Unterdrückten, sondern wirkt auch auf die Gesellschaft derjenigen zurück, die diese Herrschaft ausüben. Staatliche Politik, rechtliche Strukturen, Siedlergewalt und gesellschaftliche Verdrängung greifen dabei ineinander.
Michael Sfard verbindet diese Analyse mit der Frage, welche Perspektiven für eine Überwindung der Gewalt und für ein anderes Verhältnis zwischen Israelis und Palästinenser*innen möglich sind. Sein Buch ist damit zugleich eine eindringliche Analyse und ein Plädoyer für Verständigung und politische Veränderung.
»Michael Sfards Buch ist absolut erschütternd. Die wichtigste Frage, die er stellt, betrifft die Zukunft. Kann sie sich noch ändern, und wenn ja, wie sollten wir dafür kämpfen?« Dror Mishani, Ha’aretz
Michael Sfard ist einer der renommiertesten Menschenrechtsanwälte Israels. Er wurde 1972 in Jerusalem geboren und studierte an der Hebräischen Universität Jerusalem sowie am University College London. Sfard vertritt regelmäßig palästinensische Mandant*innen und Gemeinden vor israelischen Gerichten und berät israelische Menschenrechtsorganisationen und Friedensinitiativen. Er ist auf internationales Menschenrecht und das Recht bewaffneter Konflikte spezialisiert und Autor mehrerer international beachteter Bücher und Beiträge über das israelische Rechtssystem, die Besatzung und ihre Auswirkungen auf die israelische Gesellschaft und Demokratie.
Lucia Engelbrecht ist Politikwissenschaftlerin und literarische Übersetzerin aus dem Hebräischen. Sie hat Politikwissenschaft an der Universität Wien und an der Hebräischen Universität Jerusalem studiert. Für Edition Nautilus hat sie das aktuelle Buch von Michael Sfard, “Israels Bumerangeffekt.Von der Besatzung zum Ende der Demokratie”, aus dem Hebräischen ins Deutsche übersetzt. Zuletzt übersetzte sie unter anderem Werke von Yael Neeman, Maya Arad, Tomer Gardi, Motti Fogel und Roy Chen.
Siri Keil ist Kulturjournalistin, Autorin und Veranstaltungsmoderatorin. Sie arbeitet im Hörfunk, als Sprecherin für Audio- und Filmproduktionen und als Kulturvermittlerin mit einem Schwerpunkt auf Erinnerungskulturen in der postmigrantischen Gesellschaft<?xml:namespace prefix = “o” ns = “urn:schemas-microsoft-com:office:office” />
Eintritt: 12 Euro/ermäßigt 6 Euro;
Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg, der Rosa Luxemburg Stiftung und Edition Nautilus.
Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg