sind mit US-amerikanischer Vermittlung geschlossene bilaterale Abkommen zwischen Israel und arabischen Staaten im Rahmen der vom US State Department formulierten „Abraham Accords Declaration“, die von einer friedlichen Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Staaten spricht. Bisher wurden vier solcher Abkommen geschlossen, im August 2020 mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE); im September 2020 mit Bahrain; im Oktober 2020 mit Sudan; und im Dezember 2020 mit Marokko. Ein Abkommen mit Saudi-Arabien, das Ende 2023 folgen sollte, kam aber durch den Gaza-Krieg bisher nicht zustande. All diese Staaten befanden sich vorher nie mit Israel im Kriegszustand; zudem haben sie bereits seit langem mit Israel, vor allem im Sicherheits- und Rüstungsbereich, zusammengearbeitet. Israel unterhielt bereits seit dem November 2015 eine diplomatische Vertretung in den VAE. Die Abraham Accords sind Teil einer breiteren Nah- und Mittelostpolitik der US-amerikanischen Regierung (insbesondere in der Amtszeit von Donald Trump), die darauf abzielt, ein gegen Iran gerichtetes Staatenbündnis in der Region aufzubauen und Israel in dieses ohne vorherige Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts (durch Errichtung eines palästinensischen Staats) einzubinden. Im Rahmen dieser breiteren Konzeption hat US-Präsident Trump unter anderem im Mai 2018 den Ausstieg der USA aus dem im Juli 2015 zwischen Iran und den USA, Frankreich, Großbritannien, Russland, China, und Deutschland geschlossenen Atomabkommens erklärt. In diesem Kontext wurde auch der „Trump Friedensplan“, wonach ganz Jerusalem (einschließlich des besetzten Ost-Teils der Stadt) als Israels Hauptstadt und das Jordan-Tal sowie die meisten israelischen Siedlungen (d.h., zirka 30% des übrigen Westjordanlands) als israelisches Staatsgebiet anerkannt werden sollen, im Januar 2020 veröffentlicht. Im Vorlauf auf die Abraham Accords hat sich Israel bereit erklärt, die Annexion (von Teilen) des Westjordanlands vorläufig zurückzustellen. Bei den VAE und Bahrain handelt es sich um enge Verbündete der USA, die in beiden Ländern seit Jahrzehnten Militärstützpunkte unterhalten. Für seine Beteiligung an den Abraham Accords wurde Sudan von den USA von ihrer Liste der Staaten, die Terror unterstützen, gestrichen und erhielt einen Kredit von zirka 1,2 Milliarden US$. Marokko erhielt für seine Beteiligung die US-amerikanische Anerkennung seines Anspruchs auf die Westsahara.