Sind die Angehörigen einer monotheistischen Glaubensgemeinschaft, die als Abspaltung des schi’itischen Islams im Fatimitischen Kairo im frühen 11. Jahrhundert entstand ist und nach anfänglicher Duldung von dem dortigen Regime verfolgt wurde. Sie flüchteten in schwer zugängliche gebirgige Gelände im Dreieck des heutigen südwestlichen Syriens, nördlichen Israels und Libanon, ein Gebiet, das für Jahrhunderte ihr Lebenszentrum wurde. Während des Kriegs von 1948 [1947-49] wurde im April 1948 ein Abkommen zwischen der drusischen Führung und der des Jischuws geschlossen, in dem ihnen versprochen wurde, dass ihre Ortschaften nicht angegriffen werden, falls sie sich nicht an den Kampfhandlungen beteiligen; das Versprechen wurde eingehalten. 1957 wurden die Drus*innen als selbständige Glaubensgemeinschaft formell in Israel anerkannt. Drusen dienen in der israelischen Armee; in der Vergangenheit häufig in einer speziellen Einheit, die 2015 aufgelöst wurde. Seit Anfang der 1970er Jahre gibt es verschiedene drusisch-zionistische Bewegungen; in der letzten Zeit meldet sich aber auch zunehmend eine Gegenbewegung von Drus*innen zu Wort, die sich als Teil der palästinensischen Bevölkerung Israels sehen. Heute gibt es ungefähr 117.000 drusische Staatsbürger*innen in Israel, die zumeist im Norden des Landes leben und generell besser in die israelische Gesellschaft integriert sind als andere nicht-jüdische Staatsbürger*innen; sowie circa 20.000 Drus*innen in den vier verbliebenen ehemaligen syrischen Ortschaften auf den 1967 eroberten Golanhöhen. Obwohl sie seit Ende der 1970er Jahre die israelische Staatsbürgerschaft erhalten können, haben bisher nur wenige (ca. 10%) von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.