Die Oslo-Abkommen (1993/95) waren als Regelung für eine Übergangszeit von 5 Jahren angelegt. Bis dahin sollte ein permanenter Friedensvertrag auf der Grundlage einer Zweistaatenlösung ausgehandelt und unterzeichnet werden. Zu einem Friedensvertrag kam es nicht, und die Verhandlungen wurden nach dem Scheitern des Camp-David-Gipfeltreffens im Jahr 2000 abgebrochen. Andererseits wurde der israelische Siedlungsausbau in den besetzten palästinensischen Gebieten und die Entrechtung der in diesen Gebieten lebenden Palästinenser*innen intensiv fortgesetzt, mit dem Ziel eine Zweistaatenlösung unmöglich zu machen. Diese Bemühungen waren so erfolgreich, dass Analysen zu dem Schluss kommen, dass entgegen dem Völkerrecht, wonach es sich um zwei territoriale Einheiten, nämlich Israel und die besetzten Gebiete, handelt, de facto eine Situation geschaffen wurde, die einer „Ein-Staat-Realität“ entspricht. Das heißt, das gesamte Territorium („vom Jordan Fluss bis zum Mittelmeer“) wird von einem Staat beherrscht, in dem es zwei nicht-territorial-definierte, sondern personen-bezogene Rechtssysteme gibt: eins für israelische Staatsbürger*innen und das andere für die Palästinenser*innen, die in den 1967 von Israel eroberten Gebieten lebten und deren Nachkommen. Wie zum Beispiel B’Tselem erklärt hat (https://www.btselem.org/topic/apartheid), kann diese Situation angesichts der personen-bezogenen Zweiteilung des Rechtssystems und insbesondere des Fehlens von Bürgerrechten und vom effektiven Schutz der Menschenrechte der betroffenen Palästinenser*innen als ein Apartheid-Regime eingestuft werden.