Auf Grundlage der Oslo Abkommen und im Rahmen der israelischen Vorbehalte wurde 1994 eine Institution, die Palästinensische Autonomiebehörde (PA), zur vorübergehenden Selbstverwaltung in den Zonen A und B in der Westbank und im Gazastreifen (mit Ausnahme der israelischen Militärlager und Siedlungen dort) errichtet. PLO-Chef Yasser Arafat wurde auch Chef der PA. Gemäß der Oslo Abkommen sollte die Übergangsphase 5 Jahre dauern und so machten sich die Palästinenser*innen daran die Strukturen für den zukünftigen Staat aufzubauen. 1996 fanden in den besetzten palästinensischen Gebieten Wahlen zum Amt des Präsidenten und zum Parlament, dem palästinensischen Legislativrats, statt. Arafat wurde zum Präsidenten gewählt. Er verzögerte die Verabschiedung des 1997 ausgearbeiteten Grundgesetzes (Verfassung), das erst 2002 in Kraft trat. Auch die Wahlen, die alle 4 Jahre stattfinden sollen, wurden immer wieder verschoben. Die Präsidentschaftswahlen bis 2005 (in diesen wurde Mahmud Abbas gewählt), und die Wahlen zum Legislativrat bis 2006. Hamas, die die Wahlen 1996 boykottiert hatte, beteiligte sich an den Wahlen 2006 und gewann diese (74 der 132 Sitze). Obwohl nach Einschätzung internationaler Beobachter die Wahlen von 2006 freie Wahlen waren, weigerten sich Israel, die USA und die EU eine Hamas-geführte palästinensische Regierung anzuerkennen. Der äußere Druck verschärfte die internen Differenzen zwischen Fatah und Hamas, die 2007 zu gewaltsamer Konfrontation eskalierten. So erlangte Hamas die Kontrolle über den Gazastreifen und Fatah über die Westbank. Trotz verschiedentlicher Bemühungen um eine Versöhnung besteht die Spaltung noch heute. Da die beiden palästinensischen Gebiete räumlich voneinander getrennt sind und keine Reisemöglichkeiten bestehen, befinden sich die Abgeordneten von Hamas im Gazastreifen und die von Fatah und anderen in der Westbank. Dadurch ist der Legislativrat nicht funktionsfähig. Gesetze werden per Dekret von Mahmud Abbas verabschiedet, der 2007 den Ausnahmezustand erklärt hat.