Während der Zionismus seit seinen Anfängen mehrheitlich eine säkulare Bewegung war, gab es in ihm auch eine relativ kleine religiöse Strömung. In dieser war Rabbiner Abraham Isaak Kook (1865–1935) von zentraler Bedeutung, nicht zuletzt auch weil er 1921 zum ersten aschkenasischen Oberrabbiner von Palästina ernannt wurde. Während die meisten ultraorthodoxen Rabbiner den Zionismus aus religiösen Gründen ablehnten, war Rabbiner Kook einer der wenigen, die die zionistische Bewegung in ihre religiöse Weltanschauung einzubauen suchten. Er war davon überzeugt, dass die jüdische Besiedlung von „Eretz Israel“ (dem historischen Palästina) Gottes Plan sei und das messianische Zeitalter herbeiführen werde. Damit schuf er die Basis für die national-religiöse Strömung, die in die staatlichen Strukturen eingebunden werden konnte. Nach dem Krieg 1967 und der Besetzung der eroberten Gebiete ging aus dieser Strömung unter anderem der harte Kern der religiös-motivierten Siedlerbewegung (insbesondere Gusch Emunim) hervor und die Lehren der von Rabbiner Abraham Isaac Kook gegründeten Jeschiwa dienten und dienen als religiös-ideologische Basis für den Siedlungsbau.