(1928–2014) war am Krieg von 1948 [1947-49] zunächst als Soldat, dann Offizier beteiligt; gründete 1953 auf Anweisung von David Ben-Gurion die „Einheit 101“, die „Vergeltungsanschläge“ auf Ziele jenseits der israelischen Grenze durchführte (einschließlich des Massakers von Qibya in der Westbank); spielte eine zentrale Rolle in den Kriegen von 1956, 1967, im sog. Abnutzungskrieg (1967-70) und dem Krieg von1973. Nach seinem Ausscheiden aus der Armee trat er dem Likud bei und hatte seit 1977 verschiedene Ministerämter inne. In seiner Kapazität als Verteidigungsminister war er federführend beim ersten Libanonkrieg 1982. Die von der israelischen Regierung eingesetzte Kahan-Kommission kam zu dem Ergebnis, dass Scharon persönlich durch Unterlassung für das Massaker in Sabra und Schatila verantwortlich sei; er musste zurücktreten, blieb aber Minister für eine Reihe anderer Ministerien. Während seiner politischen Tätigkeit förderte Scharon besonders die israelische Siedlungstätigkeit in den besetzten palästinensischen Gebieten. 1999 wurde Scharon Likud-Chef, 2000 war sein provokativer Besuch auf dem Tempelberg/al-Haram al-Scharif ein Grund für den Ausbruch der Zweiten Intifada. 2001–2006 war er Premierminister. Angesichts des Widerstands im Likud gegen seinen „Entflechtungsplan“ in Bezug auf den Gazastreifen (2004) trat Scharon 2005 aus dem Likud aus und gründete Kadima; im Januar 2006 erlitt er einen Schlaganfall und verfiel in ein Koma, aus dem er nicht mehr aufwachte.