Die Westbank, auf Deutsch auch Westjordanland genannt, ist ein fast 5.900 Quadratkilometer großes Gebiet, in dem heute um die 2,8 Millionen Palästinenser*innen sowie etwa 550.000 israelische Siedler*innen leben. Im Norden, Westen und Süden grenzt die Westbank (zu der auch Ost-Jerusalem gehört) an Israel und im Osten, entlang des Jordan-Flusses, an Jordanien. Die Westbank und der Gazastreifen sind die Gebiete von Palästina, die im Krieg von 1948 nicht Teil des neu gegründeten Staates Israel wurden. Nach dem Krieg von 1948 stand die Westbank unter jordanischer Kontrolle und wurde 1950 von Jordanien annektiert (was allerdings international kaum anerkannt wurde). Im Krieg von 1967 eroberte Israel unter anderem auch die Westbank, deren Besatzung bis heute fortbesteht. Ende Juni 1967 erweiterte Israel das Stadtgebiet (West-)Jerusalems über Ost-Jerusalem und umliegende Ortschaften hinaus, wodurch dieses Territorium (nach israelischem Recht) Teil des israelischen Staatsgebiets wurde – was international nicht anerkannt ist. Die israelische Besiedlung in anderen Teilen der Westbank begann zunächst im Jordantal (meist Kibbuzim und Moschawim) und einigen explizit „ideologischen“ Siedlungsprojekten, wie zum Beispiel Kfar Etzion (zwischen Jerusalem und Hebron) oder Kirjat Arba (am Stadtrand von Hebron), und ansonsten als Nachal-Lager (das heißt, Lager der 1948 gegründeten „kämpfenden Pionierjugend“, die Militärdienst mit Landwirtschaft verband), die sich erst im Laufe der Zeit in zivile Siedlungen verwandelten. Seit dem Regierungswechsel 1977, in dem eine Likud-geführte Koalition die Regierung bildete, wird der Bau von Siedlungen systematisch und kontinuierlich von Seiten der Regierung gefördert. Da nur Ost-Jerusalem und Umgebung von Israel annektiert wurden, untersteht die palästinesische Bevölkerung in der übrigen Westbank (im Gegensatz zu den Siedler*innen dort) der israelischen Armee, deren primäre Aufgabe dort darin besteht, Widerstand gegen die Besatzung zu bekämpfen und Siedler*innen und Siedlungen zu schützen. 1982 wurde infolge des Friedensabkommens mit Ägypten (1979) die direkte Militärherrschaft in zivilen Angelegenheiten durch die sogenannte Zivilverwaltung ersetzt. Im Gegensatz zu dem, was ihr Name vermuten lässt, handelt es sich dabei um eine Behörde, die direkt dem israelischen Verteidigungsministerium untersteht. Im Zuge der Oslo-Abkommen (1993/95) wurde die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) eingerichtet und die Westbank (ohne das annektierte Ost-Jerusalem) in drei Arten von Zonen (A, B und C) aufgeteilt. Die PA beherrscht (unter israelischem Vorbehalt) die Enklaven der A Zonen und die zivilen Angelegenheiten in den B Zonen, während 60% des Gebiets unter direkter israelischer Kontrolle sind. Die im Zuge der Zweiten Intifada errichtete Sperranlage steht zu 85% nicht auf der Grünen Linie, sondern auf dem Territorium der Westbank (http://www.btselem.org/topic/separation_barrier).